Kommunalwahl 2020 Verkehrsplanung

Verkehrsplanung

Eine Stadt besteht nicht nur aus Gebäuden, sondern auch aus den Räumen dazwischen. Dieser Raum wird meist von Autos beansprucht; parkend wie fahrend.

Um den nur 22%igen Fußverkehrsanteil in Münster (Quelle, Stand 2013) deutlich anzuheben und den Fußverkehr besser in einen als Ganzes zu planenden Umweltverbund einzubinden sind in Münster eine ganze Reihe von Maßnahmen erforderlich.

Der FUSS e.V. Münster fordert im Rahmen einer zukunftsweisenden Verkehrspolitik eine Verkehrsplanung, die zu Fuß Gehende als das betrachtet, was sie sind: Mobilitätsteilnehmer/-innen, die mit einer verdammt guten CO2-Bilanz daher gehen. Zu Fuß Gehende beleben darüber hinaus Plätze und Flächen, statt sie durch abgestellte Autos unbrauchbar zu machen. Fußverkehr fördern bedeutet eine soziale und zukunftsweisende Verkehrspolitik voran zu bringen.

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Antworten von Volt Münster, FDP Münster, ÖDP Münster, Grüne Münster, DIE LINKE. Münster, Münster Liste – bunt und international

Volt Münster

Der Fußverkehr ist die nachhaltigste und natürlichste Art der Fortbewegung. Jeder Verkehrsteilnehmer legt, unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels, zumindest einen kleinen Teil seines Weges zu Fuß zurück. Zu Fuß unterwegs zu sein, erhöht das Maß an Lebensqualität und erhält die körperliche Gesundheit.

Einhergehend mit dem Houten-Modell und des Ausbaus des ÖPNVs fordert Volt die Zuweisung von Flächen im öffentlichen Raum grundlegend zu verändern. Momentan wird ein Großteil der Flächen zum Parken von Autos genutzt. Privat genutzte PKW stehen rund 23 Stunden am Tag ungenutzt auf Abstellflächen und blockieren so wertvollen Raum in der Stadt.

FDP Münster

Die FDP setzt sich für ein Mobilitätskonzept aus einem Guss ein. Durch Stärkung des intermodalen Verkehrs und einen Fokus auf Quartiersgaragen wollen wir die autoarme Innenstadt verwirklichen. Damit kommt unsere Verkehrsplanung auch und gerade zu Fuß Gehenden zugute.

ÖDP Münster

Die ÖDP unterstützt die Forderung, dem Fußverkehr den Raum zuzugestehen, der ihm gebührt. Leider werden Fußgänger oft nur mit marginalen Anteilen des Verkehrsraums bedacht. Dies zeigt sich allgemein an der Toleranz gegenüber dem Gehwegparken in Münster, die nicht hinnehmbar ist und geltendes Recht verbiegt. Auch bei der Diskussion um die Hittorfstraße wurde der Vorschlag unterbreitet, dem Auto Platz zuungunsten des Fußverkehrs zuzugestehen.
Für die ÖDP nimmt eine zukunftsfähige, soziale und nachhaltige Verkehrsplanung einen Mentalitätswandel vorweg und gesteht dem Umweltverbund und damit auch dem Fußverkehr große Anteile des Verkehrsraums zu. Umverteilung darf nicht innerhalb des Umweltverbundes stattfinden, sondern muss grundsätzlich den Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) reduzieren.

Bündnis 90 / Die Grünen Münster

Die Forderung wird von uns unterstützt. Wir wollen, dass der Fußverkehr mehr Platz bekommt. Wir wollen Mindestbreite von 1,80 Metern, besser jedoch von 2,50 Metern, damit der Fußverkehr sicher, bequem und komfortabel wird.

Grundsätzlich muss die Verkehrsplanung nicht mehr von innen nach außen – also vom PKW-Verkehr her gedacht werden – sondern von außen nach innen. Das bedeutet für uns: Mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr, zulasten des PKW-Verkehrs. Wir setzen uns für eine Neuaufteilung des Verkehrsraums ein, der insbesondere die umweltfreundliche Mobilität fördert, unterstützt und dafür die dementsprechenden Räume zur Verfügung stellt.

DIE LINKE. Münster

Als LINKE setzen wir uns dafür ein, den klimafreundlichen Umweltverbund aus Fußgängerinnen, Fahrradfahrerinnen und öffentlichem Nahverkehr zu stärken. Wir wollen hier u.a. für mehr Flächengerechtigkeit sorgen. Wir finden es absurd, wie viel Platz dem klimaschädlichen Autoverkehr gegeben wird und wie wenig Platz bspw. für Fußgängerinnen vorhanden ist, die sich die viel zu kleinen Bürgersteige dann auch noch mit den Fahrradfahrer*innen teilen müssen. Daher möchten wir vorhandene Flächen umverteilen und die Innenstadt autofrei machen sowie möglichst autoarme und perspektivisch autofreie Stadtteile. Dies muss unserer Meinung nach u.a. mit einem kostenlosen und gut ausgebautem öffentlichem Nahverkehr einher gehen, damit jeder problemlos auf ein eigenes Auto verzichten kann. Das würde die Lebensqualität in Münster steigern und ist auch allein um unsere Klimaziele zu erreichen dringend notwendig.

Münster Liste – bunt und international

Für die Münster Liste – bunt und international ist der Fußverkehr die natürlichste und damit auch wichtigste Fortbewegungsart. Fast alle Verkehrsteilnehmer*innen können zu Fuß gehen, auch wenn sie teilweise Hilfsmittel benötigen. Nahezu alle Menschen mit einem Handicap, das Gehen nicht ermöglicht, sind auf die Fußwege angewiesen. Leider orientierte sich die Verkehrsplanung der vergangenen Jahrzehnte ausschließlich am Verkehr mit Fahrzeugen, so dass die natürlichste aller menschlichen Fortbewegungsmöglichkeiten nur „mitgeplant“ wurde. Aus unserer Sicht muss aber der Fußverkehr die Grundlage aller Planungen sowohl im Innenstadtbereich als auch in den städtischen Dörfern Münsters sein.

Durchschnittlich legt in Deutschland jede*r Fußgänger*in zwei Kilometer zurück. Dabei verbringen die Fußgänger*innen durchschnittlich den größten zeitlichen Anteil ihrer täglichen Mobilitätszeit auf ihren Füßen.

Diese Zahlen spiegeln sich in der Bedeutung der Fußwegeplanung – auch in Münster – nicht wieder. Da Fußgänger*innen in der Regel sehr mobil und beweglich sind, wird ihnen überall in der Stadt viel zugemutet. Gehwege in Schmalspurbreite sind nur ein Beispiel dafür. Um es den Fußgänger*innen in Münster einfacher zumachen, möchten wir sämtliche Verkehrsraumplanungen aus ihrer Sicht und für ihre Bedürfnisse entwickeln. Dabei sind zwingend die Bedürfnisse der Menschen, die sich mit Hilfseinrichtungen (zum Beispiel Rollator, Rollstuhl, Gehhilfen) bewegen müssen, besonders zu berücksichtigen. Jegliche Hindernisse (zum Beispiel zu hohe Bordsteinkanten, Baumwurzeln im Gehweg, aktuell Wahlwerbung als zu umlaufendes Hindernis, zu enge Durchfahrt­sperren vor Fußwegen, Verkehrsschilder, Müllbehälter und Werbestopper) sind grundsätzlich abzubauen. Flankierende Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs in Münster sind die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit im Stadtgebiet, die Einführung von freien Verkehrsflächen für alle Verkehrsteilnehmer („shared space“-Prinzip) und die Geschwindigkeitsbeschränkung des Fahrzeugverkehrs rund um Einrichtungen für Kinder oder Menschen mit Handicap auf Schrittgeschwindigkeit.


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